Ein doch sehr aufregendes Wochenende ist nun für mich vorbei, genauso wie für euch. Hin oder her ob euer Wochenende auch aufregend war- vorbei ist es dennoch für uns alle.
Nur um nochmal die Situation festzuhalten, von der ich euch gerade schreibe. Ich sitze hier, wieder in meinem Alltag, das Wetter wird schlechter und die Nächte kälter. Für den einen beginnt wieder eine chillige Woche, für den anderen die anstrengende Arbeitswoche. Also ich gehöre auf jeden Fall zu der zweiten Gruppe, trotzdem lebe ich hier ganz chillig
(chil|len [engl. to chill (out) = sich entspannen, eigtl.= abkühlen] (Jugendspr.) )
Fangen wir an mit der Aufarbeitung:
Samstag- Ich schlafe, wie immer, schön aus und genieße bis Mittag mein schönes warmes Bett und die Vorteile eines tragbaren und sehr praktischen Computers – genannt Laptop.

Hochzeitspaar Rita & Roma hören Pfarrer Wadim zu
Mein morgendliches Ritual im Bad möchte ich jetzt hier nicht weiter ausführen. Aber um die Gemüter zu beruhigen: Zähne putzen ist ein fester Bestandteil davon.
Am Nachmittag mache ich mich also geduscht und bekleidet mit meinem einzigen schwarzen Hemd auf den Weg ins TYS. Das ist das Theater, in der die Gottesdienste stattfinden. Auch die Hochzeit ist dort an dem Tag geplant.

"Die Frau der Ringe"
Am Donnerstag hatte ich noch eine Probe für den Hochzeit und für den Gottesdienst am Sonntag, denn auch bei der Hochzeit habe ich mit der Lobpreisband 3 Lieder gespielt.
Viel zu sagen gibt es zu der Hochzeit leider nicht. Braut und Bräutigam kamen nicht zum Anfang herein, sondern erst nachdem wir ein paar Lieder gesungen hatten und der Pastor einige Worte gesagt hatte. Vorher jedoch haben die beiden Trauzeugen feierlich die Kerzen auf der Bühne angezündet. Begleitet wurden sie von schöner ruhiger Musik aus der Konserve. Die Braut, eine der fünf Sängerin der Lobpreisband, hatte ein großes weißes Kleid an. Der Bräutigam im grauen Anzug. Sah ganz ok nach meinem Empfinden aus.

Ein Playback für das Paar. Zwei Sängerinen der Band im Vordergrund: Ira und Marianna (rechts)
Die beiden Armen mussten die ganze Zeit, während der Pastor nette und schöne Worte fand, die ich nur teilweise verstand und teilweise übersetzt bekommen habe, stehen und lächeln. Kein einfacher Job sage ich euch. Ansonsten kam nichts mehr außergewöhnliches vor: Das Eheversprechen und das Ja-Wort waren eben auf ukrainisch. Ein kleines Mädchen brachte die Ringe. Darauf gab es für die beiden noch Abendmahl und ein Kuss belebte die ganze Veranstaltung zum Abschluss.

Julja und Christina (rechts) - singen auch in der Band
Darauf wurde die Meute in den Gemeinderaum, dem sogenannten „Office“ gescheucht. Wir bereiteten die Feier vor, während das Hochzeitspaar noch bei der Kirche dankend alle Glückwünsche und Geschenke an nahm. Als wir Stühle gestellt, den Raum geschmückt und alles vorbereitet hatten, warteten wir im Dunkeln mit Kerzen und Blütenblätter auf das Brautpaar. Sie kamen, Blütenblätter flogen und das Feuer breitete sich nicht weiter aus – Ein sehr gelungener Empfang. Nachdem sich dann das Paar gesetzt hatte ging das

Rita - Braut und 5. Sängerin in der Lobpreisband
vorbereitete Programm los. Ein paar Spiele für alle und auch nur für das Paar, wie zum Beispiel Fragen beantworten, die der Bräutigam von der Braut nicht weiß und andersherum…Ein kleines Theaterstück, ein Lied wurde vorgesungen, ein echt cooler Rapper hat ein Lied für die beiden geschrieben und vorgerappt (der hat’s wirklich RICHTIG drauf! [drauf haben (Jugendsprache) – etwas ~ = etwas sehr gut können] )
Naja…nach endlosen Spielchen mit Rita und Roma (das Hochzeitspaar) war dann auch irgendwann Schluss. Es wurde ein wenig aufgeräumt und um ca. 9 war ich schon zu Hause.

Ein Lied von Marianna und Stuss (mein persönlicher Bass-/Bandgehilfe)
(Mal so nebenbei: Hier ist JEDEN Abend irgendein Feuerwerk. Ich weiß ja nicht was die hier alles feiern, aber an einem Sonntag habe ich hier auch schon 5 Hochzeiten gesehen. Jedenfalls hab ich am Abend immer schön was zu gucken….“und täglich grüßt der Silvesterabend“…)
Nun schwenken wir schon zu dem 2. Teil des Zusammengesetzten Substantivs, welches meine Überschrift für diesen Artikel bildet, um.
Mein Geburtstag.
Am Samstag war ich noch ziemlich lange wach. Ziemlich sehr voll doll-mega-hyper-ultra-extrem-lange sogar. Ich hab jedenfalls meine Start in den Geburtstag mit Caro im Chat zusammen gefeiert. Außerdem hatte ich wenig Lust zum schlafen und deswegen begann mein wirklicher GeburtsTAG auch mit einem laaaaaaaa(..aaa..)aaaaaangem Ausschlafen. JA! Das habe ich mir mal gegönnt.

Ein Anspiel über das spätere Leben
Als ich dann um Mittag rum irgendwann wach geworden und aus meinem Bett gestolpert war, hatte ich schon meine Bude sturmfrei. Vor meiner Zimmertür fand ich einen Zettel und einen Schuhkarton. Ich bekam eine liebe Nachricht von meiner Familie, wo ich gerade wohne (Pizza, Weintrauben, Brause und eine Geburtstagstorte standen für mich in der Küche). Von meinen Eltern bekam ich diesen Schuhkarton voller Süßigkeiten und anderen Sachen die mach gebrauchen kann…(Nutella, Chips, Gummibärchen, Krümeltee, Knoppers, Giotto, Deo usw.)
Ich fühlte mich zwar wie ein kleines Kind in Not, welches ein Hilfspaket aus dem reichen Westen bekommen hatte, und wunderte mich, warum dieser Karton nicht mittels Fallschirm durch mein Fenster den Weg zu mir gefunden hatte, wurde aber schnell von den Köstlichkeiten abgelenkt. Auch eine liebe Karte mit 50$ fand ich darin.

Der Rapper
Natürlich habe ich erstmal meine ganzen Geschenke begutachtet, mich gefreut, meine Nachrichten gelesen und mich über sehr viel Herzlichkeit vieler Leute gefreut.
(An dieser Stelle vielleicht auch ganz passend zu erwähnen: Meine Handynummer funktioniert zur Zeit nicht. Ich habe eine ukrainische Nummer, meine deutsche ist noch für 3 Wochen auf Eis gelegt.)
Um 4 musste ich schon wieder im Theater sein, denn wir mussten ja noch den Soundcheck für den Gottesdienst machen. Ich machte mich schick und düste los. Dort angekommen war es wie eine Kettenreaktion, Marianna wusste von meinem Geburtstag, gratulierte mir und diese Information verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Der Gottesdienst war ganz cool (cool [ku:l] <Adj.> [engl., eigtl.= kühl] (salopp):[stets] die Ruhe bewahrend, keine Angst ), ich fühl mich immer mehr wohler bei der Musik die ich mache.

Mein Hilfspaket
(Wieder finde ich eine passende Stelle um ein Gedanken nebenbei los zu werden: Mir gefällt der ukrainische Lobpreis mehr als der deutsche. Ich verstehe zwar nur ein paar wenige Worte (mit der Zeit natürlich immer mehr) aber vielleicht liegt es an der Art und Weise wie die ganze Gemeinde ihn singt, wie er gespielt wird, wir kraftvoll und ehrlich er klingt oder einfach wie er klingt. Weiß nicht…mir gefällt er besser.)
Vielleicht ein bisschen neu und gewöhnungsbedürftig war für mich an diesem Tag, dass der Gottesdienst noch länger als die geplanten 2,5h ging, denn er beinhaltete diesmal drei Predigten, nicht wie sonst immer nur zwei
Noch während des Gottesdienstes schrieben mir viele Leute, meist Jugendliche die ich schon ganz gut kenne, Karten, schenkten mir Aufkleber und alles was sie sonst noch so fanden. Zum Schluss war ich Besitzer eines Stiftes und einer Tasse mit der Aufschrift „Nathan, du ist besonder für Gott.“ [NEIN ich habe mich nicht verschrieben!] von Marianna und der ganzen Pfarrersfamilie, zahlreiche Karten mit Glückwünschen von allen möglichen Leuten, einem Schlüsselanhänger von Lena (positiv-hyperaktives Mädchen in der Gemeinde) und einem christlichen Aufkleber von Christina (Sängerin).

Pizza Hawaii - knnen sie hier gar nicht
Dann bin ich nach Hause und habe den Abend gechillt (siehe oben).
Es war ein sehr schöner Geburtstag für mich, sehr besonders.
Nun bin ich 20 Jahre alt. Ich bin zwar nicht wie Oskar in der Blechtrommel, denkt aber nicht ich habe

Torte mit Zuckerschock-Gefahr
meine Jugend schon aufgegeben!
„Man ist so alt wie man sich fühlt.“
Heute auf der Arbeit habe ich mit den ganzen Frauen meine Geburtstagstorte verspeist und viele Glückwünsche und ein Kalender für 2010 mit ukrainischer Karte abgesahnt.
Ansonsten ist nun auch endgültig das Kapitel „Geburtstag“ dieses Jahr für mich erledigt. Es sei denn ich bekomme noch nachträgliche Glückwünsche und Geschenke
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Lasst es euch gut gehen und seid lieb gegrüßt.

Karten und Geschenke
nathan