Eine Kleine Reise

20. November 2009

( Wer die Eier in der Überschrift zählen kann, dem schenke ich 2,4 Liter Aufmerksamkeit und eine IKEA-Tasche voll Respekt!)

Am 25. 08.2009 bin ich in die Ukraine gereist. Wer der Mathematik ein wenig mächtig ist sollte wissen, dass mit dem heutigen Tag 88 Tage der kleine

schon wieder gepackt

Nathan schon hier lebt. Das dumme daran ist, dass ich kein Visum hab und maximal 90 Tage hier sein darf, ansonsten komm ich gar nicht mehr aus dem Land raus! (sei dahin gestellt, wer sich jetzt darüber freuen würde und wer nicht. Aber wer bei dieser Information JETZT (oder auch “in DIESEM Moment”) schmunzelt, dem wünsche ich ein schlechtes Gewissen!) -.-

Fakt ist: Ich muss nach Deutschland um ein Visum zu beantragen. Das wird natürlich gerade höchste Eisenbahn! (Meine Gedanken zu dieser komischen Redewendung will ich jetzt nicht äußern, denn ich laufe Gefahr die deutsche Bahn in de Dreck zu ziehen- und das macht ja für gewöhnlich (fast) Jeder. Ich bin froh das es sie überhaupt gibt :-) )

Ich habe meine Sachen ganz heimlich, ohne das ihr es mitbekommt, schon gepackt, alles, mehr oder weniger, organisiert. Mein heutiger Arbeitstag war

Der Spezialist bei der Arbeit

nochmal zum Abschluss sehr entspannend: 1/4 mit Schülern putzen, 2/4 zwei Spielzeugburgen aufbauen, 1/4 Tee trinken. Nachdem ich alle verabschiedet , alle möglichen Grüße in meinen Rucksack reingestopft habe und versprochen habe, Puddingpulver aus Deutschland mitzubringen, bin ich nach Hause gefahren. Habe noch einige Einkäufe getätigt und alles restliche Vorbereitet.

Zumeinem Trip: Ich starte in DIESER Nacht. Um 00:30 Uhr holt mich ein Taxi von meinem zu Hause ab und bringt mich zum Kleinbus. Mit dieser Marschrutka fahre ich 5,5h nach Kiew. Um 08:00 Uhr am Samstag startet mein Reisebus Richtung Zentral-Omnisbus-Bahnhof Berlin. 24 Stunden werde ich fahren und Sonntag früh ankommen. Vorraussichtlich werde ich 1 Woche in Deutschland bleiben- so lang wie die Bearbeitung meines Visums dauert. Danach der gleiche Spaß zurück.

das Vollendete Werk von einem harten Arbeitstag

Ich möchte mich schon im Vorraus entschuldigen, falls ich mich nicht bei JEDEM melde, nicht JEDEN Besuche oder mich mit JEDEM treffe. Eine Woche ist sehr kurz und vieles steht auf meinem Plan. Nehmt es mir also bitte nicht übel..

Ich würde mich freuen, ein Teil eures Gebets für diese Reise zu sein.

Euer Nathan, der manchmal vielleicht gar nicht so fern von euch sein wird, wie es scheint. ;-)

 

Ps.: Was ist das: Es hat ein Loch und macht ein Loch und schlüpft auch selbst durch ein Loch!

Mein(e) Sonntag(e)

12. November 2009

Für die Rucksack-Frau aus dem Eco-Markt

Vorwort

Durch die Quarantäne sind Veranstaltungen mit großen Menschenmengen untersagt. Natürlich war eine meiner ersten Fragen: „Findet Gottesdienst statt?“ Viele große verdutzte Augenpaare schauten mich an, als ob ich gesagt hätte: „Freunde..hört mir mal zu! Vergesst mal alles und glaubt mir endlich: Die Erde ist eine Scheibe und du da hinten, du bist ein Igel und warst mal mit einer Wolke verheiratet.“

Als Antwort bekam ich natürlich: „Natürlich!“. Als ob die Natur damit was zu tun hätte. Trotzdem ließ ich nicht locker, denn ich wusste, dass es hohe Strafen geben würde, falls man es doch macht. Deswegen fragte ich, ob man es vielleicht in einem kleineren Rahmen veranstaltet oder anderweitig der möglichen Strafe entgehen könnte. Leider reichte mein Russisch wie auch Englisch dafür nicht aus, sodass ich nur Antworten bekam wie: „Nathan, Christen haben am Sonntag Gottesdienst- das ist das wichtigste. Gott macht eine große Blase um uns und schützt uns, wir brauchen uns vor nichts fürchten!“ …hm…ok….geh ich mit ne?….joar…dann mal los!?!

Kapitel 1

Jeder meiner Sonntage beginnt mit einigen Ritualen. Ich will sie jetzt nicht alle ausführlich schildern, vielmehr nur grob benennen. Ich stehe auf, meist geweckt durch Romtschick der hartnäckig auf sein Frühstück besteht. Das helle Licht drängt mich dann aus dem Bett, manchmal ist aber auch mein Wecker dafür verantwortlich, wenn ich am letzten Abend nicht auf die Uhr geachtet habe. Dafür, dass meine erste Aufmerksamkeit an diesem Tag meinem PC gilt, muss ich mich nicht rechtfertigen. Wer mich kennt, der dürfte DIESE besondere Eigenschaft von mir auch kennen.

Nachdem ich dann mein Bett gemacht hab, mich angezogen hab, den Gang aufs Klo und in die Küche gewagt hab, bin ich schon auch bald auf dem Absprung in Richtung Zentrum der Stadt. Falls mir noch die Zeit bleibt, putze ich mir die Zähne. Da ich aber meine Zeit immer so gut plane, kommt meine Zahnpflege nie zu kurz. ;-)

Kapitel 2

Um 12:10 Uhr beginnt meine Probe für den, um 13 Uhr startenden Jugendgottesdienst. Er findet in einem gemieteten Raum statt, der normalerweise als Saal für Taub-Stumme benutzt wird. Der Saal ist sehr gut geeignet für den Jugendgottes: es ist genügend Platz, es gibt eine kleine Bühne und der Saal ist zentral in der Stadt gelegen.

Ehe dann aber die Techniker alles aufgebaut haben, die Band vollständig anwesend ist und die Probe beginnen kann, vergeht noch einige Zeit. Pünktlich haben wir noch nie angefangen- das hätte ich schon als extra Artikel mal geschrieben…vielleicht auch an die örtliche Zeitung hier geschickt. Da fällt mir auf- Zeitung wird hier sehr wenig zum lesen gebraucht- eher zum unterlegen von Waren auf dem Markt.

Nach der Probe, wo wir nochmal alle Lieder kurz anspielen und ein paar Problemzonen wiederholen, füllt sich auch der Saal und der Gottesdienst kann beginnen.

Kapitel 3

Der Jugendgottesdienst beginnt um 13 Uhr. Die Lieder sind weniger ruhig-

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nach dem Jugendgottesdienst...

mehr popig. Die Predigt wird anschaulich mit Foto-, wie auch Videomaterial gestaltet. Auch Anspiele machen das Gesamtpaket attraktiver. Der Gottesdienst besteht aus 1-2 Predigten, Musik und Erfahrungsberichten. Nach dem Gottesdienst gibt es noch Kekse und was zu trinken für diejenigen, die nichts zum Mittag gegessen haben oder noch ein wenig quatschen wollen.

 

Kapitel 4

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Band legt "futter-Sprint" im Office hin

Nun geht die Sammlerei los. Nachdem wir nämlich den Großteil zusammengepackt und aufgeräumt haben, wird von der Band ein wenig Geld eingesammelt, damit die Mädels etwas zum Mittag kaufen können. Unterdessen wird noch aufgeräumt, gepackt, Autos beladen und zum Gemeinderaum (genannt Office) Sachen geschleppt. Im Office, auf im Zentrum der Stadt gelegen, treffen so langsam auch alle Bandmitglieder und Helfer ein, um gemeinsam Mittag zu essen. Das Mittag besteht aus Brot und die verschiedensten Formen von Belag wie Fisch, Mais, Wurst oder einfach nur Butter. (Und das schmeckt auch nicht nur, wenn man Hunger hat!) Natürlich wird dazu Tee getrunken- der Kampf beginnt: Wer erhascht sich einen seltenen grünen Tee anstatt eines schwarzen? Für mich beginnt ein ganz anderer Kampf, denn ich gehöre oft zu den VIP-Gästen die sowieso einen grünen Tee abbekommen. Auch wenn es hier Teebeutel gibt, wird er oft einfach nur mit dem bloßen Tee und Wasser aufgebrüht. Ich muss ehrlich sein: Ich hab es noch nie geschafft einen grünen Tee hier zu trinken OHNE ein wenig von dem Gemüse dort drin, mit zu essen. Ich werde diesen Kampf

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Nathan vs. Grünzeug

jedoch niemals aufgeben.

Ein Blick auf die Uhr lässt uns schon wieder in eine Stresssituation hinein gleiten. Zwischen Ende des Jugendgottesdienstes und der Probe für den großen Gottesdienst bleibt nicht viel Zeit. Brote werden hinter geschlungen, Tee wird ge-ext und alles wird schnell aufgeräumt. Darauf wird im Sprinttempo sich dem Theater genähert, wo die Probe und der große Gottesdienst stattfindet. Die Probe beginnt um 16:10 Uhr, wer zu spät kommt muss ein paar Grivni abdrücken.

Eine schöne neue Regelung wie ich finde! :-) Sie wurde erst vor kurzem eingeführt. Da bin ich doch ein bisschen froh auf meine deutsche Kultur, die mich größtenteils pünktlich erscheinen und mein Portemonnaie nicht dünner werden lässt.

Kapitel 5

Ein Team von Männern aus der Gemeinde ist schon fleißig am Technik aufbauen, herrichten und vorbereiten. Ich fühle mich jedes mal wie ein Profi-Musiker der seine Kofferschlepper hat. Den Bass habe ich nach dem Jugendgottesdienst eingepackt und in eine Ecke gestellt. Nun komm ich in das Theater, leg meine Sachen ab, geh auf die Bühne, wo mein Bass, mein Verstärker der als Monitor dient und ein Notenständer für mich schon bereitstehen. Ich schnalle den Bass um, knipse den Verstärker an und stell mich hin als würde ich zum Ausdruck kommen lassen wollen: „Also von MIR aus kann’s jetz’e ma’ endlich losgehen!“

Die Probe für den großen Gottesdienst unterscheidet sich nur in der lokalen Betrachtung von der Probe für den Jugendgottesdienst.

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Bandprobe im Theatersaal- cooles Feeling!

Nach der Probe stehen wir Sumy’er Stadt-Musikanten hinter der riesigen Bühne, beten und warten auf den Beginn des Gottesdienstes um 17 Uhr.

Kapitel 6

Unpünktlich wie immer startet der Gottesdienst um 17 Uhr und ein paar zerquetschte. (was für eine abscheuliche Redewendung!) Der zweite Pfarrer der Gemeinde eröffnet mit ein paar herzlichen Worten den Gottesdienst. Ich habe zwar noch nie wirklich richtig hingehört was er sagt, zumal ich ich möglicherweise auch gar nicht verstehen würde, aber er ist immer so herzlich- deswegen kann ich mir auch vorstellen das er die Party für Gott mit herzlichen Worten starten lässt. Lobpreis ist angesagt- soll heißen: Wir Musiker treten auf die Bühne, die Leute

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Techniker, bei Proben und Gottesdiensten, sehr zuverlässig und professionell!

stehen auf, geben sich alle nochmal gegenseitig die Hände und wünschen sich Frieden, während wir anfangen zu Spielen. Weiterhin besteht der große Gottesdienst aus meist 3 Predigten (mit einem Gastprediger), alle nicht weniger als eine halbe Stunde, Erfahrungsberichten und anderem anschaulichen Bild-, wie auch Tonmaterial.

 

Kapitel 7

Nach dem Ende des Gottesdienstes helfe ich natürlich auch noch ein wenig mit aufräumen und abbauen. Zwischendurch werde ich von irgendwelchen Leuten angequatscht, muss mein Wissen über deutsche Topographie und Historie unter Beweis stellen und fahre dann nach Hause. Nach diesem Tag wird am Abend nur noch mit meiner Freundin im Chat gechillt, Film geguckt oder es werden sinnlose aber entspannende Sachen im Internet gemacht.

Solch ein Tag ist zwar hart, aber wenn man ihn im Vergleich zu dem sieht, was er einem bringt, so freue ich mich immer wieder auf solch einen Sonntag.

Begriffserklärungen

Lobpreis: Meint die Musik, die zu ehren Gott gesunden und gespielt wird.

Anmerkung

Solch einem Tag geht natürlich nicht nur wegen dem Kalender ein Samstag voraus, sondern auch eine harte Probe von 4-5 Stunden an diesem Tag.

Quellen

Nathan’s Kopf

Lasst es euch gut gehen und vergesst nicht nach einem stressigen Tag genug zu chillen!

nathan

lebendig

3. November 2009

Mir bleibt nicht lange Zeit, um mich ausführlich bei euch zu entschuldigen. Dennoch sollt ihr wissen, dass mir diese kleine (für manche auch große oder mittelgroße wie auch übergroße) Pause in meinem  Blog sehr Leid tut. Der Grund war hauptsächlich der Besuch meiner Freundin in den letzten 2 Wochen. Zwar kam noch hinzu, dass es Internetprobleme gab und ich somit nicht IMMER online war, aber das sind nur Ausreden, die lediglich von der Tatsache ablenken sollen, das ich mir die Zeit für euch nicht genommen habe.

Sorry.

Doch NUN geht es darum, dieses hübsche Internetportal (Eigenlob…NEIN- ich hab frisch geduscht!) zum Leben erwacht. DIES ist nun meine Aufgabe- doch vergesst nicht: danach sollte sich jeder Mal an seine eigene Nase (wieso eigentlich Nase? Wieso nicht Ohr oder Zunge?) fassen und schauen, ob er einen würdigen Beitrag leistet ;-)

Was ist in den letzten 2 Wochen passiert?

Nicht viel.

Und doch sehr viel.

Wie gesagt, in den letzten 2 Wochen war Caro bei mir, wir hatten ein schönes Quartier in dieser Zeit bezogen und Urlaub gemacht, nur mit dem Unterschied zu einem normalen Urlaub, dass ich in dieser Zeit weiter gearbeitet habe.

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Ich mit einem Kind bei einem Hausbesuch

Ich war den letzten Monat im Außendienst. Wie immer habe ich mit Tanja zusammen Kinder besucht, mit ihnen eine wenig Unterrichtet, gesungen, gemalt, gespielt, massiert und über die Herrlichkeit des Herbstes geredet. Auch wunderbare Gespräche über Gott und die Welt (meine ich jetzt ausnahmsweise mal wörtlich) habe ich mit Tanja immer führen können, wenn wir von einem Besuch zum nächsten gelaufen sind. Regelmäßig wurde ich mit Tee, Süßigkeiten und Butterbroten vollgestopft- die ukrainische Gastfreundlichkeit kennt keine Gnade!

Ein Highlight in meiner Arbeitszeit habe ich dennoch erlebt: Natascha, eine der jüngeren Arbeitskollegen, hat mich wieder zu einem Konzert eingeladen.

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Meine Kollegin und ich mit einem Kind beim Hausbesuch

Ihr erinnert euch an das letzte Konzert im Waisenhaus (nehme ich jetzt mal gaaanz stark an!). DIESMAL jedoch haben die Waisenkinder das Konzert veranstaltet- für Eltern, Angestellte und Leuten, die Lust hatten :-)

Es war ein sehr schönes Konzert- Die kleinen Kinder im Alter von 3-4 Jahren haben getanzt, gesungen, gespielt und Gedichte aufgesagt. Es war ein Herbsfest- Natürlich drehte sich alles um diese Jahreszeit.

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Kindertanz der fallenden Blätter

Noch mal einen kurzen Zwischenstand der Infos: In diesem Waisenhaus sind zurzeit 70 Kinder im Alter von 0-4 Jahren. Nach dieser Zeit kommen sie auf ein Internat. Sie wohnen, schlafen, essen und spielen in dieser Einrichtung. Zurzeit sind 118 Personen als Mitarbeiter angestellt. Der Grund für diese Große Zahl ist, dass es vor kurzer Zeit noch bedeutend mehr Kinder im Waisenhaus gab, nun jedoch eine Art Gesetz verabschiedet wurde, welches Eltern besser in Sachen Familie/Kinder unterstützt, DENN in diesem Waisenhaus gibt es Kinder die haben keine Eltern, ein Elternteil oder beide Elternteile. Der Grund für ihren Aufenthalt ist sehr verschieden- Verstorben, Abgeschoben, keine Möglichkeit zu Ernähren, Ausbildung/Karriere, …

An diesem Tag konnte eine Mutter ihr Kind aus dem Waisenhaus (endlich) abholen und nicht nur die Tränen, sondern auch die ganze Atmosphäre, zeigte die emotionale Betroffenheit aller Anwesenden bezüglich dieses Themas.

Trotz solch vieler traurigen Dinge sind die kleinen Hosenscheißer (zu vulgär?) putzmunter und natürlich „süüüüüüüüüß“ (dieses Wort befindet sich zwar nicht in meinem Wortschatz, es sei denn es geht um die Beschreibung eines Geschmackes von etwas Ess-/Trinkbarem, aber ich möchte die Situation so gut wie möglich auch für die weiblichen Leser schildern.)

Soviel Text erstmal zu diesem Highlight!

Hier noch ein Link zu einem weiteren Video:

http://www.youtube.com/watch?v=hrar3mjiYnw

(„Highlight“ ist englisch und bedeutet „Höhepunkt“. Nimmt man dieses Wort auseinander so erhält man „High“ und „light“. „High bedeutet in der englischen Sprache soviel wie „hoch“ und „light“ ist das englische Wort für „Licht“)

Soviel Text erstmal zu meinem hohen Licht!

Doch nun zu einem anderen hohen Licht. (und diesmal will ich nur die Eigenschaft der besonderen Bedeutung dieses Wortes für die kommenden Zeilen herauspicken- nicht die Eigenschaft, dass es positiv, schön oder toll ist)

Ihr wisst sicher schon über diese Info, über diese NEUigkeit bescheid?

Denn NEUlich erreichte mich diese NEUe NEUigkeit unmittelbar, nachdem ich einen Artikel über den Torhüter von Schalke04 Manuel NEUer las. Aber NEU wird es für euch sicher nicht sein- NEUin! (ehm…ein verunglückter Scherz. Soll „Nein“ bedeuten) – Diese NEUartigkeit hat jeden NEUbaublock hier in Ukraine und vielleicht auch in Deutschland erreicht, denn jeden NEUrotiker und jedes NEUtrum betrifft es!-NEUgierig? ;-)

Der aktuellste Stand der Ukraine:

Im Westen des Landes (ich lebe im tiefsten Osten!) ist die Schweinegrippe im großen Stil angekommen. In ganz Ukraine wurde die Quarantäne angeordnet, da „im Hoheitsgebiet der Ukraine die höchste Stufe der Gefahr der Verbreitung der Grippe A/H1/N1/California/04/09 ausgerufen, und die Durchführung jeglicher Massenveranstaltungen wird verboten.“

Zahlen (Stand 30.10.09):

An Grippe erkrankt in der gesamten Ukraine:

164.000 Personen (davon 48.700 in Lemberg, 29.600 in Ternopil, 17.600 in Ivano-Frankiwsk, aber auch im Osten der Ukraine Donezk 15.000 und Charkow 10.200)

Davon im Krankenhaus: 5239

Davon verstorben: 39 (alle aus den westlichen Oblasten der Ukraine, so zB. 14 Verstorbene in Lemberg, 13 in Ternopil und 6 in Ivano-Frankiwsk)

In wie fern betrifft mich das jetzt?

Also vorab erstmal: keine Panik auf der…in der…bei…der……, was MICH betrifft! :-)

Mir geht es gut und bin gesundheitlich Top fit! Trotzdem gibt es deswegen natürlich ein paar NEUe (nicht schon wieder mit dem „NEU-Quatsch“ anfangen!!) interessante Änderungen in meinem täglichen Leben.

Alle Schulen, Bildungseinrichtungen und so weiter sind erstmal für 3 Wochen geschlossen. Alle Kinder chillen jetzt hier fett rum! Kinos, Theater…alles zu.

Zur Arbeit muss ich trotzdem, denn ich mach in der Schule nun Sachen, die ich auch ohne Kinder machen kann… (häää??)…zum Beispiel beide Klaviere Stimmen (natürlich nur so weit, wie es meine Fähigkeiten zulassen)

Auf die Straße gehe ich nur mit Mundschutz, Hände und Gesicht waschen, wenn man nach Hause kommt (meine Erziehung erlaubt es, dies auch ohne Ausnahmezustand zu tun! *Appell an Deutschland* ), viel Knoblauch+ Zwiebeln essen und Vitamin C in sich reinschaufeln.

(kleine interessante Anmerkung noch dazu: Sollten Apotheken (viele Privatapotheken hier vorhanden, da Medizin ein gutes Geschäft ist) Gesundheitsmittel für die Bekämpfung der Grippe preislich erhöhen, kommt es zum Lizenzentzug. Auch bei Durchführung von untersagten Veranstaltungen gibt es hohe Strafen!)

ICH

Auf der Straße sieht man mich nur noch SO :-)

 

 

 

Dennoch: Ich bin gerüstet.

 

 

 

 

 

Soviel erstmal zumeinem Wiederbelebungsversuch. Aber warum schreib ich „versuch“? Noch einmal: Soviel erstmal zu meiner Auferstehung. Hm…klingt grenzwertig und missverständlich. Vielleicht noch ein Versuch: Soviel erstmal zu meiner Rehabilitation meines Blogs. :-)

Lasst es euch gut gehen…

nathan

“Wie schwer hat es Gott?”

14. Oktober 2009

Am letzten Sonntag, den 11.10.09, fand der erste große Jugendgottesdienst statt. Zwar hatten wir schon am Samstag immer einen Jugendgottesdienst, jedoch war der in einem kleinen Raum, es waren wenig Leute da und die Band war stark dezimiert.

Mit DIESEM Jugendgottesdienst beginnt jedoch eine neue Ära der jungen Gemeinde. Er findet nun immer Sonntags statt, die Band kommt in ihrer Besetzung fast dem großen Gottesdienst im Theater gleich und der neue Raum ist wie ein kleiner Saal mit einer kleinen Bühne.

Natürlich bekam ich die Vorbereitungen und die Diskussionen bezüglich dieses neuen Projekts mit, und hatte meine großen Zweifel. “Wozu einen Saal um Mittagszeit am Sonntag mieten und eine Band mit großer Probe stellen, wenn am bisherigen Jugendgottesdienst am Samstag nur durchschnittlich 15 Leute teilgenommen haben?”

Vielleicht ist es auch ukrainische Kultur, dass sich die Besucherzahl immer der Raumgröße anpasst- aber auf jeden Fall waren sehr viele Leute da und Gott hat diesen Start der Ära reich gesegnet.

Ein Gedankenanstoß will ich euch von diesem Gottesdienst mitgeben: Wir haben dieses Video im Gottesdienst geguckt und ich hab es für euch beschafft und bei youtube hochgeladen. Dies war die Grundlage der Predigt.

Nehmt euch die 7 Minuten Zeit und dreht eure “Mugge” voll auf! ;-)

greetz nathan

Impressionen für Zwischendurch

9. Oktober 2009

Nun mal wieder ein ein “>paar paar “>mehr mehr “>kleine Storys…ein paar mehr mehr “>kleine Bildchen…ein paar mehr Videos…ein bisschen mehr eben für die leichte Unterhaltung ;-)

Jegor beim Feuer machen

Jegor beim Feuer machen

Vor 1,5 Wochen beschlossen wir im Hauskreis ein Picknick zu machen. Am Sonntag wollten wir uns dafür treffen…noch war nicht bewusst, dass ich einmal mehr tiefer in die ukrainische Kultur eintauchen werde.

Sonntag trafen wir uns um 8 Uhr in der Früh. Besser gesagt: Ich traf mich selbst um 8 Uhr früh, denn ich hätte wissen müssen, dass man sich auf das ukrainische Zeitverständnis verlassen kann. Es waren um die 5-10°C und ich wartete 20 Minuten bis die erste Person außer mir am vereinbarten Treffpunkt auch auch “>ankam. Bis wir dann auch alle im Bus saßen, der uns aus der Stadt fuhr, war eine Stunde vergangen. Wir haben uns übrigens so früh getroffen, damit wir viel Zeit haben, denn am späten Nachmittag war ja Gottesdienst.

Ich helfe ihm natürlich ein wenig ;-)

Ich helfe ihm natürlich ein wenig ;-)

Der Bus wartete an einer roten Ampel, ich war gerade damit beschäftigt zu lernen, wie und wo man das Wort „halb“ im russischen gebraucht. Die Ampel wurde grün, der Busfahrer würgte den Motor ab und und “>bekam ihn nicht wieder an. Nach gefühlten 18,72 Minuten, nachdem der Busfahrer am Motor herum geschraubt hatte und sich hinter uns schon eine endlos scheinende Schlange an Marschrutkas ansammelte, startete der Motor wieder und wir fuhren mit einer von-0-auf-100-in-2-Wochen-Geschwindigkeit weiter.

Vorbereitungen laufen

Vorbereitungen laufen

Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, dies wäre der einzige Bus, der überhaupt aus Sumy raus fährt: Egal ob Platz oder nicht- die Leute Leute “>quetschten sich rein und und “>lagen schon übereinander. Ich hatte eine fremde Tasche auf dem Schoß, ein kleiner Junge stützte sich bei mir ab und dachte gleich steigen steigen “>weitere Leute noch aufs Dach und fahren mit. Tatsächlich brauchten wir so ziemlich eine Ewigkeit um an unserer Haltestelle uns einen Weg durch die Menschenmassen IM Bus zu kämpfen und aus zu steigen. Bezahlen

Wunderbare Natur- direkt am Fluss "Psol"

Wunderbare Natur- direkt am Fluss "Psol"

mussten wir beim Aussteigen auch noch, gar keine so leichte Aufgabe.

Und natürlich wie das immer so ist: Nach einer sehr gemütlichen Busfahrt folgt noch noch “>ein ein “>kleiner Spaziergang. Wir liefen liefen “>und liefen…suchten ein Platz…liefen weiter und und “>danach liefen wir noch ein wenig. Also gelaufen bin ich an diesem Tag so einiges. Jegor, der alte Angler, kannte sich natürlich im Wald entlang des Flusses („Psol“) aus und wir statteten jeden schönen Platz, der dann schon besetzt war, einen Besuch

es wird gechillt und gelacht..und natürlich geschnibbelt :-)

es wird gechillt und gelacht..und natürlich geschnibbelt :-)

ab. Hab ich schon erwähnt das wir viel gelaufen sind? Sind wir jedenfalls.

Aber dann haben wir einen super schönen Platz gefunden. Ich glaube die Bilder beschreiben mehr als meine Worte. Wir Jungs suchten Feuerholz, die Mädchen schnibbelten das Essen, wir machten ein schönes großes Feuer und und “>hauten dann Kartoffelstücke, Tomaten, Speck, Zwiebel, Wurst und Käse, eingehüllt in Alufolie in die Flammen. Dazu gab es Gurken, Brot, Fisch und noch vieles mehr, jeder hatte ja etwas mitgebracht.

Jegors "Rezept" war wirklich lecker!

Jegors "Rezept" war wirklich lecker!

Wir spielten noch ein Spiel mit UNO-Karten, wo ich verlor. Ich musste zur Strafe Strafe “>dann auf einem Baumstumpf stehen und die deutsche Nationalhymne singen, im Angesicht einer laufenden Kamera- gerechte Strafe?

Wir redeten noch über ein Bibelstelle und und “>diskutierten ein wenig. So verging die Zeit und dann räumten wir auch schon auf, machten alles sauber. Leider muss man sagen, dass eher die wenigsten Menschen hier nach solch einer Aktion aufräumen.

Zu meinem Erstaunen nahmen wir NICHT den Bus zurück. Ich weiß jetzt nicht, ob keiner fuhr oder ob

Es war eine nette, kleine, lustige und chillige Runde

Es war eine nette, kleine, lustige und chillige Runde

die anderen der Meinung waren, wir wären noch nicht genug gelaufen…Wir liefen jedenfalls wiedereinmal, und diesmal noch viel mehr, bis wir mit der Marschrutka am Rande der Stadt in das Stadtzentrum fahren konnten. Ich will wenig Worte dazu verlieren: Ich lief mir die Beine ab.

Die weiblichen Teilnehmer dieses Projekts

Die weiblichen Teilnehmer dieses Projekts

Es war wirklich sehr interessant und auch witzig.

Die Natur ist dort sehr schön, auch wenn sie zu gemüllt wird.

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„Was macht der Typ da eigentlich?“

2. Oktober 2009
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Unterricht in Gruppe 2 - "Wozu braucht man einen Kleiderbügel?"

Eine häufig gestellte Frage. Zwar nicht an mich, aber sicher in so einigen Köpfen von euch. Kann ich verstehen, denn ich schreibe ja meistens über meine Freizeit, was in meinem Kopf so herumschwirrt und Sachen, die eigentlich NICHT der Grund dafür sind, WARUM ich eigentlich hier bin. Vielleicht kommt jetzt die ganz große und bittere Enttäuschen für den Einen oder Anderen, aber auch wenn die Wahrheit oft weh tut, besser ist sie alle mal als Illusionen:

NEIN, ich mache hier keinen Langzeiturlaub!

So, jetzt ist es raus. Für irgendwelche Schockfälle die es aber noch bis hierhin schaffen zu lesen: Für Deutschland gilt im Notfall 112 (für alle anderen Staaten der Europäischen Union und der Europäischen Freihandelsassoziation sowie auch in Kroatien gilt diese Nummer ebenfalls)

Ich arbeite. Zwar nicht jeden Tag, aber schon regelmäßig. Nun aber mal Spaß bei Seite, denn jetzt steht mal wirklich die verantwortungsvolle, harte,

Schüler der ersten Gruppe

Schüler der ersten Gruppe

anspruchsvolle, Ernst zu nehmende, große, erwachsene, anti-kindische, Charakter entwickelnde, schwere, Freiheit raubende, unchillige, interessante, reifende, fast tägliche, abwechslungsreiche Arbeit im Vordergrund meiner Erzählung.

Ich mache den „Anderen Dienst im Ausland“ als Zivildienstersatz in Sumy und arbeite in der Behindertenschule, welche vom Förderkreis Sumy-Hilfe e.V. mit gegründet

Puppen mit der zweiten Gruppe gemacht. Die rechts unten ist meine ;-)

Puppen mit der zweiten Gruppe gemacht. Die rechts unten ist meine ;-)

und unterstützt wird. Dies erstmal zum Gesamtpaket.

In die Schule gehen geistig behinderte Kinder vom Alter 8-22 Jahren. Die Schule selbst teile ich in 3 Arbeitsbereiche, die ich für mich selber auch entdecke. Es gibt 2 Gruppen mit je 12 Schülern. Der 3. Arbeitsbereich ist der Außendienst, wo Hausbesuche bei Schülern durchgeführt werden, die nicht die Möglichkeit oder Fähigkeit haben, in die Schule zu kommen.

In den ersten 2 Wochen arbeitet ich in der ersten Gruppe. In dieser Gruppe

Gruppe 2 - In rot und links weiß meine beiden Mitarbeiterinnen

Gruppe 2 - In rot und links weiß meine beiden Mitarbeiterinnen

sind die schwerbehinderten Schüler untergebracht. Ein wenig sprechen konnten nur 2 Schüler, aber was der Großteil der Schüler alles versteht, wird leicht unterschätzt.

In der Gruppe wird der Tag mit einem Lied gestartet, darauf wird der Tag und die Jahreszeit bestimmt. Konversation ist das wichtigste, einfach versuchen zu reden, zu erkennen, Farben zeigen, ein Apfel von einer Birne zu unterscheiden oder nur zu fühlen, dass das Feuer von der angezündeten Kerze heiß ist. Dabei kann es schon mal vorkommen, das die Beantwortung der Frage: “Kommen wir Abends oder Morgens zur Schule?“ einige Minuten in Anspruch nimmt. Des weiteren werden kleine Spiele gespielt, gemalt, ein wenig musiziert, sauber gemacht oder Essen zubereitet. Die Konzentration und die Länge der Aufmerksamkeit der Schüler hat man jedoch in dieser Gruppe nicht lange, deswegen wird auch viel Zeit einfach nur ausgeruht oder das gemacht, worauf jeder Lust hat.

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Dieses Kunstwerk haben wir in der Gruppe 2 geschaffen

In der zweiten Gruppe ist es ähnlich. Hier wird jedoch mehr geredet. Auch hier werden Spiele gespielt, gemalt usw. , jedoch auf einem anderen Niveau. So kann man z.B. auch mit den Kindern basteln. Der Unterricht beschäftigt sich meist mit einfachen alltäglichen Dingen, wie z.B. Tiere erkennen oder Haushaltsgeräte erklären.

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2 Schüler aus Gruppe 2 in ihrer Freizeit

Mit beiden Gruppen wird auch öfter spazieren gegangen, wobei auch hier der Unterricht nicht aufhört und die Kinder Bäume und Blätter bestimmen.

Nach den 2 ersten Wochen bin ich in die zweite Gruppe, wieder für 2 Wochen gewechselt, nun bin ich im Außendienst tätig. Der Außendienst funktioniert ähnlich. Ich besuche mit meiner Kollegin behinderte Kinder, spiele und rede mit ihnen und helfe beim Unterricht. Hier ist es vielleicht viel interessanter, für die Ukraine verhältnismäßig normale Wohnungen zu sehen. Manchmal schießt mir nur der eine Satz in den Kopf, wenn ich einen Hausbesuch mache: „Die Armut kennt keine Grenzen“. Es ist manchmal einfach nur traurig mit anzusehen, in welchen Verhältnissen Menschen leben müssen. Die Arbeit gibt mir sehr viel Gedankengut als Vorlage zum Nachdenken über ganz die großen Probleme dieser Welt.

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Gruppe 1 - Unterricht

Noch interessanter machen natürlich Ausnahmen den Arbeitsalltag, wie z.B. der Geburtstag der Chefin (Fotos werden nachgereicht), ein Ausfall des Schulbusses, was einem ein Arbeitsfreien Tag beschert, oder auch ein Konzert von Studenten für Weisenkinder:

Natascha, eine junge Mitarbeiterin in der zweiten Gruppe, arbeitet halbtags in der Schule und die andere hälfte in einem Weisenhaus (Kinder von 0-4 Jahre). Am letzten Dienstag war dort ein Konzert, gestaltet von Studenten, für die Weisenkinder. Natascha nahm mich mit, stellte mich der Leitung vor und führte mich überall noch rum. Wirklich sehr interessant. Das Konzert war ebenfalls sehr anschaulich. Neben Tanz (akrobatisch wie auch traditionell) gab es Chorgesang und Sologesang.

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hier wird in der zweiten Gruppe gemalt

War sehr lustig…und vor allem auch beeindruckend. Die kleinen Mädchen…wie sich so’n Mensch biegen kann…davon träumt mein Vater mit seinem Bandscheibenvorfall nur ;-)

Als wir die erste Kindergruppe uns noch vor dem Konzert anschauten, verliebte sich sofort ein kleines Mädchen Namens Nika in mich…sie hatte nur noch Augen für mich und kam mir immer hinterher getappst. Auch der Fakt, dass ich ihre Zuneigung nicht erwiderte, ließ sie nicht davon abhalten, das Konzert bei mir auf dem Schoß zu verbringen. Nach der Hälfte des Konzertes fing sie jedoch, wie auch ihr kleiner Freund ein Schoß weiter, an zu weinen, und ich glaube sie hat gemerkt, dass das mit uns nichts wird. (Sie muss wohl mitbekommen haben, das ich nur auf Zeit hier lebe….aber wie?) Sie verließ mich und ich hatte wieder all meine Fotografierfreiheit.

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Tanzeinlage und Akrobatik für die rechts und links sitzenden Weisenkinder

Den Kindern und mir hat es gefallen. (Auch wenn die Sängerinnen versuchten mit ihren schiefen Tönen sich gegenseitig zu übertrumpfen)

Im Anschluss habe ich mich noch in Sumy verfahren, aber dadurch ist meine Orientierung weiter gestiegen J Da merkt man manchmal, wie schön es ist, in schlechten Sachen etwas positives zu sehen. (Zitat Kurt Krömer: “Oh es regnet, da freut sich der Bauer“)

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Pyramide von kleinen Mädchen

Ich hoffe ihr habt so einen kleinen Einblick, was ich eigentlich so fast jeden Tag hier treibe. (Apropos…Ich arbeite von Montag bis Freitag, Samstag ist hier aber auch immer schön Schule)

Wer noch Fragen hat, der fragt- das wird die beste Lösung für solch ein Problem sein.

Zum Abschluss möchte ich noch mal darauf hinweisen, dass der CVJM-Luckau ein eigenes, sehr interessantes Forum hat, was nach Lebendigkeit schreit. (ehm…natürlich können Foren nicht leben, sie sind ja kein Lebenwesen, also essen nichts und atmen nicht, denn sie sind technisch und dienen als Unterhaltungsplattform, heißt also ein „lebendes“ Forum meint ein Forum, wo viele Leute sich viel unterhalten.

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"Sängerinnen"

© by Nathan-Deutsch; Deutsch-Nathan)

Hier der Link.

Lasst es euch gut gehen, lasst von euch hören, lasst euch nicht gehen und lasst eure Schreibfaulheit in Ruhe!

Nika...So schnell die Liebe da war, so schnell war sie auch wieder verschwunden

Nika...So schnell die Liebe da war, so schnell war sie auch wieder verschwunden

nathan

Kindergruppe von Natascha

Kindergruppe von Natascha

Ps. Namen NICHT von der Redaktion geändert, da sie zu faul war.

Lösung-Frage-Gedanken

25. September 2009

Nun, schneller als gedacht oder geplant, ist die Lösung des Rätsels aufgetaucht. Natürlich rühme ich mich ein wenig, dass mein Vater die Lösung auch hatte und mir damit beweist, dass es nicht nur Vererbung guter Gene in eine Richtung gibt. Aber er war zu langsam.

Die Frage nocheinmal: 2 Münzen ergeben 11 Cent, wobei eine davon kein 1-Cent-Stück ist.

Ulrike Worms, auch bekannt unter “uLi”, war am schnellsten mit der Lösung:

“Ganz einfach… wenn die EINE keine 1 cent muenze sein darf, so ist es halt die ANDERE.
sprich eine 1 cent muenze (Natuerlich nicht die eine sondern die andere)  und eine 10 cent muenze (also die eine ) ergibt 11 cent.”

Da aber Ulrike keine passende Frage in hatte, die sie gern von der Welt beantwortet haben wollte, bekam mein Vater als zweiter Gewinner diese Chance. Hier nun die Frage von Amund Schmidt an EUCH:


Desweiteren bewegen mich viele Gedanken, die ich glücklicherweise mittels dieser elektronischen Einrichtung mit euch teilen kann.

Mir ist erst letztens bewusst geworden, dass ich hier ein Ausländer bin. Mir könnten hier irgendwelche ukrainischen Nazis den Weg kreuzen und mich zu Kleinholz schlagen. Ich bin hier eine Minderheit. Ich bin derjenige, der sich anpassen muss und gleich behandelt werden soll, dennoch genieße ich eine Extrabehandlung.  Ich bin der, auf den die Leute wütend werden könnten, weil er sie nicht versteht. Ich bin auch der, der die Kultur hier respektieren muss, genauso wie meine auch respektiert werden soll. Ich aber bin auch derjenige, der diese Kultur kennenlernen und sich einleben will, dabei aber seine eigene nicht verleugnet.

Vielleicht ein kleiner Anstoß zum Gedanken machen.

Vielleicht aber auch ein kleiner Hinweis auf schmutzige Worte wie zuletzt Klaus Beier gegen einen unserer Lieblings-Nationalspieler:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,649472,00.html

HochzeitsGeburtstag

21. September 2009

Ein doch sehr aufregendes Wochenende ist nun für mich vorbei, genauso wie für euch. Hin oder her ob euer Wochenende auch aufregend war- vorbei ist es dennoch für uns alle.

Nur um nochmal die Situation festzuhalten, von der ich euch gerade schreibe. Ich sitze hier, wieder in meinem Alltag, das Wetter wird schlechter und die Nächte kälter. Für den einen beginnt wieder eine chillige Woche, für den anderen die anstrengende Arbeitswoche. Also ich gehöre auf jeden Fall zu der zweiten Gruppe, trotzdem lebe ich hier ganz chillig ;-)

(chil|len [engl. to chill (out) = sich entspannen, eigtl.= abkühlen] (Jugendspr.) )

Fangen wir an mit der Aufarbeitung:

Samstag- Ich schlafe, wie immer, schön aus und genieße bis Mittag mein schönes warmes Bett und die Vorteile eines tragbaren und sehr praktischen Computers – genannt Laptop.

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Hochzeitspaar Rita & Roma hören Pfarrer Wadim zu

Mein morgendliches Ritual im Bad möchte ich jetzt hier nicht weiter ausführen. Aber um die Gemüter zu beruhigen: Zähne putzen ist ein fester Bestandteil davon.

Am Nachmittag mache ich mich also geduscht und bekleidet mit meinem einzigen schwarzen Hemd auf den Weg ins TYS. Das ist das Theater, in der die Gottesdienste stattfinden. Auch die Hochzeit ist dort an dem Tag geplant.

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"Die Frau der Ringe"

Am Donnerstag hatte ich noch eine Probe für den Hochzeit und für den Gottesdienst am Sonntag, denn auch bei der Hochzeit habe ich mit der Lobpreisband 3 Lieder gespielt.

Viel zu sagen gibt es zu der Hochzeit leider nicht. Braut und Bräutigam kamen nicht zum Anfang herein, sondern erst nachdem wir ein paar Lieder gesungen hatten und der Pastor einige Worte gesagt hatte. Vorher jedoch haben die beiden Trauzeugen feierlich die Kerzen auf der Bühne angezündet. Begleitet wurden sie von schöner ruhiger Musik aus der Konserve. Die Braut, eine der fünf Sängerin der Lobpreisband, hatte ein großes weißes Kleid an. Der Bräutigam im grauen Anzug. Sah ganz ok nach meinem Empfinden aus.

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Ein Playback für das Paar. Zwei Sängerinen der Band im Vordergrund: Ira und Marianna (rechts)

Die beiden Armen mussten die ganze Zeit, während der Pastor nette und schöne Worte fand, die ich nur teilweise verstand und teilweise übersetzt bekommen habe, stehen und lächeln. Kein einfacher Job sage ich euch. Ansonsten kam nichts mehr außergewöhnliches vor: Das Eheversprechen und das Ja-Wort waren eben auf ukrainisch. Ein kleines Mädchen brachte die Ringe. Darauf gab es für die beiden noch Abendmahl und ein Kuss belebte die ganze Veranstaltung zum Abschluss.

Julja und Christina (rechts) - singen auch in der Band

Julja und Christina (rechts) - singen auch in der Band

Darauf wurde die Meute in den Gemeinderaum, dem sogenannten „Office“ gescheucht. Wir bereiteten die Feier vor, während das Hochzeitspaar noch bei der Kirche dankend alle Glückwünsche und Geschenke an nahm. Als wir Stühle gestellt, den Raum geschmückt und alles vorbereitet hatten, warteten wir im Dunkeln mit Kerzen und Blütenblätter auf das Brautpaar. Sie kamen, Blütenblätter flogen und das Feuer breitete sich nicht weiter aus – Ein sehr gelungener Empfang. Nachdem sich dann das Paar gesetzt hatte ging das

Rita - Braut und 5. Sängerin in der Lobpreisband

Rita - Braut und 5. Sängerin in der Lobpreisband

vorbereitete Programm los. Ein paar Spiele für alle und auch nur für das Paar, wie zum Beispiel Fragen beantworten, die der Bräutigam von der Braut nicht weiß und andersherum…Ein kleines Theaterstück, ein Lied wurde vorgesungen, ein echt cooler Rapper hat ein Lied für die beiden geschrieben und vorgerappt (der hat’s wirklich RICHTIG drauf! [drauf haben (Jugendsprache) – etwas ~ = etwas sehr gut können] )

Naja…nach endlosen Spielchen mit Rita und Roma (das Hochzeitspaar) war dann auch irgendwann Schluss. Es wurde ein wenig aufgeräumt und um ca. 9 war ich schon zu Hause.

Ein Lied von Marianna und Stuss (mein persönlicher Bass-/Bandgehilfe)

Ein Lied von Marianna und Stuss (mein persönlicher Bass-/Bandgehilfe)

(Mal so nebenbei: Hier ist JEDEN Abend irgendein Feuerwerk. Ich weiß ja nicht was die hier alles feiern, aber an einem Sonntag habe ich hier auch schon 5 Hochzeiten gesehen. Jedenfalls hab ich am Abend immer schön was zu gucken….“und täglich grüßt der Silvesterabend“…)

Nun schwenken wir schon zu dem 2. Teil des Zusammengesetzten Substantivs, welches meine Überschrift für diesen Artikel bildet, um.

Mein Geburtstag.

Am Samstag war ich noch ziemlich lange wach. Ziemlich sehr voll doll-mega-hyper-ultra-extrem-lange sogar. Ich hab jedenfalls meine Start in den Geburtstag mit Caro im Chat zusammen gefeiert. Außerdem hatte ich wenig Lust zum schlafen und deswegen begann mein wirklicher GeburtsTAG auch mit einem laaaaaaaa(..aaa..)aaaaaangem Ausschlafen. JA! Das habe ich mir mal gegönnt.

Ein Anspiel über das spätere Leben

Ein Anspiel über das spätere Leben

Als ich dann um Mittag rum irgendwann wach geworden und aus meinem Bett gestolpert war, hatte ich schon meine Bude sturmfrei. Vor meiner Zimmertür fand ich einen Zettel und einen Schuhkarton. Ich bekam eine liebe Nachricht von meiner Familie, wo ich gerade wohne (Pizza, Weintrauben, Brause und eine Geburtstagstorte standen für mich in der Küche). Von meinen Eltern bekam ich diesen Schuhkarton voller Süßigkeiten und anderen Sachen die mach gebrauchen kann…(Nutella, Chips, Gummibärchen, Krümeltee, Knoppers, Giotto, Deo usw.)

Ich fühlte mich zwar wie ein kleines Kind in Not, welches ein Hilfspaket aus dem reichen Westen bekommen hatte, und wunderte mich, warum dieser Karton nicht mittels Fallschirm durch mein Fenster den Weg zu mir gefunden hatte, wurde aber schnell von den Köstlichkeiten abgelenkt. Auch eine liebe Karte mit 50$ fand ich darin.

Der Rapper

Der Rapper

Natürlich habe ich erstmal meine ganzen Geschenke begutachtet, mich gefreut, meine Nachrichten gelesen und mich über sehr viel Herzlichkeit vieler Leute gefreut.

(An dieser Stelle vielleicht auch ganz passend zu erwähnen: Meine Handynummer funktioniert zur Zeit nicht. Ich habe eine ukrainische Nummer, meine deutsche ist noch für 3 Wochen auf Eis gelegt.)

Um 4 musste ich schon wieder im Theater sein, denn wir mussten ja noch den Soundcheck für den Gottesdienst machen. Ich machte mich schick und düste los. Dort angekommen war es wie eine Kettenreaktion, Marianna wusste von meinem Geburtstag, gratulierte mir und diese Information verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Der Gottesdienst war ganz cool (cool [ku:l] <Adj.> [engl., eigtl.= kühl] (salopp):[stets] die Ruhe bewahrend, keine Angst ), ich fühl mich immer mehr wohler bei der Musik die ich mache.

Mein Hilfspaket

Mein Hilfspaket

(Wieder finde ich eine passende Stelle um ein Gedanken nebenbei los zu werden: Mir gefällt der ukrainische Lobpreis mehr als der deutsche. Ich verstehe zwar nur ein paar wenige Worte (mit der Zeit natürlich immer mehr) aber vielleicht liegt es an der Art und Weise wie die ganze Gemeinde ihn singt, wie er gespielt wird, wir kraftvoll und ehrlich er klingt oder einfach wie er klingt. Weiß nicht…mir gefällt er besser.)

Vielleicht ein bisschen neu und gewöhnungsbedürftig war für mich an diesem Tag, dass der Gottesdienst noch länger als die geplanten 2,5h ging, denn er beinhaltete diesmal drei Predigten, nicht wie sonst immer nur zwei :-)

Noch während des Gottesdienstes schrieben mir viele Leute, meist Jugendliche die ich schon ganz gut kenne, Karten, schenkten mir Aufkleber und alles was sie sonst noch so fanden. Zum Schluss war ich Besitzer eines Stiftes und einer Tasse mit der Aufschrift „Nathan, du ist besonder für Gott.“ [NEIN ich habe mich nicht verschrieben!] von Marianna und der ganzen Pfarrersfamilie, zahlreiche Karten mit Glückwünschen von allen möglichen Leuten, einem Schlüsselanhänger von Lena (positiv-hyperaktives Mädchen in der Gemeinde) und einem christlichen Aufkleber von Christina (Sängerin).

Pizza Hawaii - knnen sie hier gar nicht

Pizza Hawaii - knnen sie hier gar nicht

Dann bin ich nach Hause und habe den Abend gechillt (siehe oben).

Es war ein sehr schöner Geburtstag für mich, sehr besonders.

Nun bin ich 20 Jahre alt. Ich bin zwar nicht wie Oskar in der Blechtrommel, denkt aber nicht ich habe

Torte mit Zuckerschock-Gefahr

Torte mit Zuckerschock-Gefahr

meine Jugend schon aufgegeben!

„Man ist so alt wie man sich fühlt.“

Heute auf der Arbeit habe ich mit den ganzen Frauen meine Geburtstagstorte verspeist und viele Glückwünsche und ein Kalender für 2010 mit ukrainischer Karte abgesahnt.

Ansonsten ist nun auch endgültig das Kapitel „Geburtstag“ dieses Jahr für mich erledigt. Es sei denn ich bekomme noch nachträgliche Glückwünsche und Geschenke ;-)

Du hast Finger an den Händen? Du befindest dich manchmal im Internet? Dir hat dieser Blogeintrag gefallen? Du willst einem Menschen eine Freude machen, weißt aber nicht wie? – DANN bist du hier genau richtig und schreibe einen Kommentar!

Lasst es euch gut gehen und seid lieb gegrüßt.

Karten und Geschenke

Karten und Geschenke

nathan

Die Zeit ist gekommen…

14. September 2009

…an der ihr mich nun endlich ermahnen könnt, dass meine Artikel nicht visuell genug gestaltet sind. Heute habe ich die Kamera der Schule dankend entgegengenommen und musste nun nochmal schnell Batterien kaufen damit ich für EUCH…wer ist schon „euch“..besser gesagt: damit ich für die GANZE WELT Fotos schießen kann. Ich selbst kenne mich in dem Punkt sehr gut und kann behaupten, dass Texte mit Bildern doch schon viiiiiiel interessanter sind ;-)

(Übrigens: Am Samstag hatten wohl nur 9 Menschen auf der „ganzen Welt“ Internet um mein Blog anzusehen :-( Ich muss unbedingt mal mit dem Internet-Besitzer sprechen- so geht das ja nicht weiter! Hat jemand zufällig Kontaktdaten?)

Nun gut, zur Aufmunterung natürlich erstmal ein Foto von mir! Damit ihr auch weiterhin wisst, mit wem ihr es hier zu tun habt.P9140003

Aber jetzt mal wieder zurück zum eigentlich Sumy-Leben:
Ich fang am letzten Samstag den 12.09.09 an. Ich war zur Probe um 16 Uhr eingeladen worden. Als ich dort ankam, war noch nichts vorbereitet worden um eine Probe zu starten. Natürlich, neugierig wie ich bin, hab ich nach dem Zeitverständnis hier in der Ukraine gefragt. Pünktlichkeit ist wirklich nicht das wichtigste hier..da muss ich mich wohl noch um gewöhnen von der deutschen Kultur.

Als wir dann irgendwann die Probe starteten kam schon das nächste Problem auf: Alle Mitglieder der Band (5x Mädels die sehr gut singen, 2x Gitarren dies drauf haben, 1x Keyboard mit integriertem Schlagzeug) konnten alle Lieder auswendig spielen und auswendig singen. Ich habe ja nun schon zwei Jugendgottesdienste, zwei Hauskreise und drei normale Gottesdienste hier erlebt und ich habe noch kein einziges Notenblatt oder Gesangsbuch gesehen. Erschreckend für mich – verblüffend für euch.

Irgendwie haben wir uns rein gefunden. Ich habe mir Akkorde ab geguckt, mir erklären lassen oder einfach ausprobiert. Trotz dieses Problems waren sie sehr begeistert von meiner Anpassungsfähigkeit und freuten sich auch auf den Gottesdienst am Sonntag. Drei Stunden probten wir  – sehr anstrengend.
Halb acht (angesetzt um 19.00 Uhr) fing dann auch der Jugendgottesdienst an. Auch da spielte ich wieder in der Band Bass und kurz vorher haben wir ein paar Lieder kurz angespielt, der Rest wurde spontan gemacht.

Hier wohne ich übrigens. Hinten rechts in der Ecke ist mein Aufgang.

Hier wohne ich übrigens. Hinten rechts in der Ecke ist mein Aufgang.

Es war wirklich sehr schön, obwohl ich nicht viel verstehe. Aber viele Leute versuchen mir mit Deutsch, Englisch und Russisch alles irgendwie zu erklären. Deswegen kam es auch zu einer sehr lustigen Situation im Jugendgottesdienst wo Kleingruppen gebildet wurden und wir die ganze Zeit, die uns zur Verfügung stand, genutzt haben, um mir die Fragen zu übersetzen. Ich habe dann natürlich darauf geantwortet, aber bei der Zusammenfassung jeder Gruppe hatten wir nicht viel zu bieten, nur meine Antworten :-)
Am Sonntag bügelte ich noch, kurz bevor ich los hastete, mein einziges schwarzes Hemd, denn ich wurde extra darauf aufmerksam gemacht, dass ich ein Hemd tragen sollte, wenn ich auf der Bühne stehe. Im Theater, wo der Sonnt

agsgottesdienst immer stattfindet, angekommen, war auch schon eine fleißige Truppe von jungen Männern dabei alles aufzubauen. Ich hab mit allen ein bisschen geredet und mussten keinen Finger krümmen. Sehr entspannend…

Vor dem Gottesdienst haben wir noch zusammen gebetet, wo alle sehr erfreut über mein deutsches Gebet waren, obwohl sie nichts verstanden.
Ich wurde jedenfalls in der Band sehr herzlich aufgenommen. Als Dank schenkten sie mir noch ein Armband, worüber ich mich sehr gefreut habe.

Armband von der Band "Jesus is my life"

Armband von der Band "Jesus is my life"

Langsam füllte sich das Theater, und irgendwann ging es dann auch schon los. Ich möchte hier nicht jedes Lied einzeln auswerten. Mir bleibt nur zusammenfassend zu sagen, dass ich es nicht vermasselt hab. Ein paar schöne Basskombinationen und Übergänge sind mir noch eingefallen.
Nach einem Lied passierte jedoch das, wovor ich doch so viel Angst hatte: Der Pastor hielt mich zurück und stellte mich der Gemeinde vor. Eigentlich nicht sonderlich schlimm, aber versetzt euch mal in meine Lage: Ich steh allein mit dem Pastor auf einer riesigen Theaterbühne, ¾ des Saals schaute auf mich, schön große Theater-Scheinwerfer waren auf mich gerichtet, ich hatte keine Ahnung was Wadim (der Pastor) sagte (ich verstand nur die einzelnen Wörter: „Bruder Nathan“, „Deutschland“, „Bassgitarre“ und „schön“) und ich hatte ständig die Angst, dass der Abstand zwischen meinem Mund und dem Mikro von Wadim sich stark verringern könnte.
Ich wurde vorgestellt und gesegnet.
Während der Predigt habe ich viel Zeit nachzudenken. Der Gottesdienst geht ungefähr 2,5h und die Predigt davon eine :-) Heißt also, ich habe sehr viel Zeit. Zwischendurch bekomme ich ein wenig zusammengefasst etwas übersetzt oder es wird ein Video geschaut, aber dennoch bleibt mir viel Zeit um meine Gedanken schweifen zu lassen.
Ein kurzen Einblick davon möchte ich euch diesmal nicht vorenthalten:

Ich habe mal ganz nüchtern (Wie heißt denn dieses schöne Wort was „ohne Gefühle“ beschreibt?) auf meinen Glauben geschaut und hatte folgende Gedanken dazu im Kopf: (Ahhhh…Hilfe ist da….“objektiv“ ! ) Teilt man die Menschen in 2 Gruppen auf, könnte man es mit den Gruppen „Christen“ und „Nicht-Christen“ tun. Wenn man nun so die Betrachtungsweise wählt, könnte man sagen wir haben eine 50 prozentige Chance das es einen Gott gibt oder das es keinen gibt. Gibt es einen Gott, so sind alle „Nicht-Christen“ nach dem Tod ein bisschen am A*** und alle Christen können sich freuen. Gibt es keinen Gott, so passiert gar nichts und alle können sich freuen. Nun könnten ja „Nicht-Christen“ kommen und sagen: „Wenn es keinen Gott gibt, habt ihr ja viel Zeit eures Lebens verplempert und wart nicht glücklich wegen euren Zwängen durch euren Glauben.“ Kann ich aber jetzt von meiner Seite her aus zurückweisen, denn ich bin in meinem Leben MIT Gott sehr glücklich, finde ich führe ein besseres Leben und die Zeit, die ich mit Beten oder Gottesdiensten verschwenden würde, gibt mir auch nicht mehr Gewinn nach dem Tod. Am Ende meines Lebens würde dann die „verschwendete“ Zeit nicht entscheidend über mein Wohlbefinden sein. Ein wenig verstanden was ich damit sagen will?

Nach dem Gottesdienst sprachen mich ein paar Leute an, mit den ich dann auch ein wenig versuchte zu reden. Unter ihnen auch ein cooler Typ, von dem ich den Namen leider mir nicht merken konnte. Er war Rapper und ich konnte mich mit ihm super auf Englisch unterhalten.
Dann war ich auch irgendwann zu Hause und mein Wochenende vorbei.

Zusammenfassend kann ich wirklich sagen, dass ich hier herzlich aufgenommen werde. Ich quatsche mit vielen Leuten und habe schon mehrere Leute gefunden, die ich als Freunde hier bezeichnen könnte. Unter ihnen auch Marianna, die Tochter vom Pastor, die mir hier hilft in der Gemeinde Anschluss zu finden. Es klappt hervorragend.

Nur noch ein kurzer Einblick in den Start meiner neuen Woche: Ich bin heute zu der zweiten Gruppe gewechselt, habe andere Kinder kennen gelernt und fühle mich auch in dieser Arbeit sehr wohl. Wir haben heute gelernt, welche Pilze man essen darf und welche nicht. Im Anschluss haben wir einen Pilz gemalt und sind dann noch spazieren gegangen…ein schöner Arbeitstag.

Zum Schluss möchte ich noch ein kleines Rätsel stellen. Wer mir die richtige Antwort als erster schreibt, gewinnt eine Umfrage, die er durch mich in meinem Blog veröffentlichen kann. Die „ganze Welt“ wird eifrig über eine Frage nachdenken, die DIR schon unzählige schlaflose Nächte
bereitet hat – Egal welches Thema, egal welche Antwortmöglichkeiten!

Hier nun das Rätsel:P9140004
2 Münzen ergeben 11 Cent, wobei eine davon kein 1-Cent-Stück ist.

Bleibt wohl auf und nutzt die moderne Welt, in der ihr mittels elektronische Kommunikation mit mir in Verbindung stehen könnt.

nahtna nathan

Mein Zimmer

8. September 2009

Die kleine Pause, die ich in Bezug auf die Aktualisierung meines Blogs eingelegt habe, hatte keine besondere Bedeutung.
Zwar haben mich noch einige technische Probleme geplagt, wie auch ein bisschen die fehlende Motivation. Aber das kann ja jedem mal passieren und nun ist ein neuer Eintrag auch schon wieder drin.
Diesmal in einer anderen Form:

Der Zwischenstand meines Lebens ist wie gehabt- Ich bin noch am “einleben”. Nun ist die “Ankomm-Phase” vorbei und ich merke wie sich so langsam der Alltag, hier in Sumy, für mich bemerkbar macht. Aber wie gesagt- langsam.
Mit meiner ukrainischen Familie komm ich sehr gut klar, in die Arbeit finde ich mich auch schon gut ein und beteilige mich, mir stehen die Weiten des Internets zur Verfügung, in der Gemeinde werde ich wahrscheinlich in der Jugend- wie auch in der großen Sonntagsband mitspielen und beim Volleyballverein brauche ich noch ein paar “Schnupperstunden”.

Fazit: Es geht mir hier ganz gut, denn die äußeren Bedingungen sind Optimal. Auch der stetige Kontakt mit meiner Freundin gibt mir Kraft die schweren Stunden hier durchzustehen.
Denn noch fällt es mir schwer in meinen Kopf den alten Lebensabschnitt abzuschließen und einen neuen zu beginnen.

Bleibt fröhlich und lasst von euch hören.
nathan


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