Jetzt könnte man ja denken: „Wofür hat der denn Werbung gemacht in seinem Blog?!- für’s Nichts-Tun?“ Zu meiner Verteidigung: Auch im Fernsehen läuft doch ein sehr großer, ein oft, wie ich finde, zu sehr unterschätzter, Teil an schwachsinniger Werbung. Nicht nur das- auch zwischen den Werbungen finden wir oft nichts gescheites. Also hab ich jetzt mal eine eher negative Werbepause, Pinkelpause wie man auch so schön sagt, eingelegt.
Ich hab übringens mal darüber nachgedacht, wie viel ich den so gepinkelt hätte, hätte ich diese Pause wirklich nur für das Wasser lassen genutzt. Mein letzter Eintrag ist aus dem Februar. Also so grob gerechnet wären es noch vielleicht ‘ne Woche und ‘n paar Tage und ich hätte für 2 Monate mal für kleine Königstiger gemusst. Sagen wir einfach mal 2 Monate- lässt sich besser rechnen. Sind wir also bei 60 Tagen mit â 24 Stunden macht dann.. rund 1440 Stunden (NEIN..ich habe NICHT den Taschenrechner benutzt..!) und dann hätte (
ich KANN einfacht lügen: ich hab ihn benutzt…JAAA, ich geb es zu…DA HABT IHRS!!) ..dann hätte ich mich also 1440 Stunden auf dem Klosett aufgehalten, was 2 Fragen aufwirft: Wie viel müsste ich dafür trinken? Wie viel Liter würde der neue Badesee (für Strand und Springturm bin ich noch auf Sponsorensuche) fassen, den ich anlegen würde? (Seid ihr mir noch sauer wegen dem Taschenrechner?) Denn auch wenn ich kein besonders guter Biologe bin würde ich vermuten, dass die Antwort der einen Frage nicht die andere Frage genauso gut beantwortet. Sei es drum- genug mit einleitenden Worten. Eigentlich wollte ich nur meine Faulheit verschleiern. Ist es mir gelungen? Falls ja könntet ihr ja für mich als Belohnung die eben geschriebene Erinnerung an jene schlechte Eigenschaft wieder vergessen?! Achja..und wenn ihr gerade eure spendable Phase habt: verzeiht mir den Taschenrechner-Griff (Trotz meines Mathe-Abiturs…ich schäme mich ja so…)
Genug mit einleitenden Worten (JA ich weiß, dass ich das schon mal geschrieben hab- Unkreativität macht sich wohl auch langsam bei mir breit) und ich erzähl ein wenig aus meinem Ukraine-Leben.
Von 2 Festen will ich euch kurz erzählen, die ich hier in der Zeit erlebt habe.
Als erstes war das Fest Maslennitza am 12.2. (ukrainisch Maslyana) An diesem Tag wird der Winter verabschiedet und der Frühling begrüßt. Ja eigentlich wie bei uns oder? -Der Frühling beginnt. Naja..aber so richtig gefeiert wird das doch bei uns nicht, oder?
Jedenfalls war ein kleines Programm von Studenten zusammengestellt worden, welches wir dann mit unseren Schülern angeschaut haben. Für einen deutschen ist das alles sicher eine riesige Kitsch-Bombe gewesen- wie auch eben für mich- für die Ukrainer jedoch war das alles normal. Leider ist es schwer zu beschreiben, wie das so abläuft…ein bisschen zeigt das Video, ein bisschen kann ich erzählen: Es wird sich verkleidet und geschminkt, eine ultra-hohe Sprechstimme wird sich zugelegt und dann wird in Reimform irgendwas rumgepipst wie: „Ach hallo Frau Winter…Oh guten Tag Frau Frühling…“
Es wird ein bisschen gesungen (IMMER Playback- NICHTS anderes) und ein wenig getanzt. haben sie aber alles ganz gut gemacht. Naja und die kleine Nachricht, dass der Winter „Ciou“ und der Frühling „Moin“ sagt, wird in eine schöne Geschichte verpackt. Zum Schluss wird dann noch eine Strohpuppe angezündet und alle freuen sich das Frühling ist- völlig egal ob noch 15cm Schnee liegen
Ostern:
Wie in Deutschland gab es auch in der Ukraine Ostern. Sicher! Jesus ist ja nicht nur in Deutschland gekreuzigt worden und nach 3 Tagen von den Toten auferstanden. Eigentlich soweit wir wissen ja überHAUPT nicht in Deutschland…aber eben auch nicht nur FÜR die deutschen. Heißt also, hier feiert auch das ganze Land dieses Fest und weiß meist gar nicht, was es
bedeutet. Ostereier suchen kennen die hier übrigens nicht. Hier gibt es den Gründonnerstag, wo man nicht arbeiten und sonst auch nichts wirklich tun darf. Leute müssen zwar alle zur arbeit gehen aber wo ich Wäsche waschen wollte, hat mir die Oma from here erstmal erzählt was schon alles für Unglücke passiert sind- Aberglaube halt. Schlussendlich musste ich weiter meine Stinkeklamotten anziehen, aber hey: lieber stinken als sterben oder? Karfreitag ist hier zwar ein Feiertag, aber es gibt kein Frei. Also schöön arbeiten. Am Sonntag ist dann Ostern. In der Osternacht (Samstag zu Sonntag) laufen gaaaaanz viele Leute in die Orthodoxe Kirche. Mehr als 70% der Leute hier sind Orthodox. Die Messe beginnt abends. An jeder Kirche läuft der Priester erst ein paar mal um die Kirche, danach wird erst die Kirche geöffnet. Dann ist eben fast die ganze Nacht Messe. Der Priester kommt ganz oft aus dem heiligen abgeschotteten Raum in der Kirche heraus und ist immer in ganz verschiedenen Farben gestylt. Am frühen Morgen beginnt eine neue Messe- die Ostermesse. Hier wird natürlich die Auferstehung Jesu gefeiert. (in der tiefen Nacht gibt es anscheinend eine kleine Pause…vielleicht so um 4-5. korrigiert mich ruhig!) Ich war auch in der Orthodoxen Kirche am Abend und es war sehr interessant. Viele Leute kommen, küssen Ikonen, zünden Kerzen für Geld,
Gesundheit, Arbeit, Freunde etc. an und bringen Eier, Pascha [s und ch einzeln sprechen- nicht „sch“] (Ein spezieller Kuchen, der in der ganzen Ukraine gebacken wird..undzwar von JEDEM!) und Wasser mit und lassen das alles vom Priester weihen. Am Sonntag werden die geweihten Nahrungsmittel verzehrt.
Auch Wir hatten einen schönen Ostergottesdienst mit Chor, Lobpreis, Predigt…
Auf der Straße und überall wo du hinkommst sagst du an diesem Sonntag nicht „Hallo“ oder „Guten Tag“. Nein, du sagst: „христос воскрес!“ und der andere antwortet dir darauf „Воистину воскрес!“
Es heißt „Christus ist auferstanden!“ „Er ist wahrhaftig auferstanden!“
Schon sehr schön
Ansonsten hatte ich am Osterabend noch Fieber und habe die Kloschüssel von innen begutachtet (anscheinend war ein Pascha-Stück noch vom letzten Ostern), aber am nächsten Tag war ich dann schon wieder fast fit!
Die letzte Zeit war schön, da mein Bruder mit seiner Freundin hier war und auch mein Vater. Es gab viele schöne Gespräche, viel Zeit und Spaß zusammen und jetzt wird es hier in der Ukraine auch schon so richtig warm. Schaschlik wird hier schon in etlichen Parks gegrillt und Frau Frühling ist wohl nun langsam wirklich angekommen.
Übrigens werden hier alle Parks von Schülern aus Schulen, Universitäten und Hochschulen sauber gemacht. Ist entspannend dabei zu zusehen!
Einen wunderbaren und gesegneten Tag euch.
euer nathan
PS. Der harte Winter hat auch hier wie in Deutschland der Straße ganz schön was zugesetzt. Doch schon VOR dem Winter wunderte ich mich über die Straßenverhältnisse (was heißt wundern…ich war….einfach….baff!) und mir wurde gesagt: „Es wurde eine Analyse über die Straßenverhältnisse in der Ukraine gemacht. Es kam heraus, dass 10 % der Straßen im schlechten Zustand sind. Und der Rest? – das sind keine Straßen…!
stellt euch NUN die Straßenverhältnisse JETZT vor …




19. April 2010 um 14:53 |
Hallo, lieber Nathan! Nun hat sich doch mein tägliches Klicken auf Deinen Block gelohnt – taufrisch und noch warm ist Dein toller Bericht. Und irgendwann geht auch mal jede Pinkelpause zu Ende – zum Glück! Ich melde mich ein späteres Mal. Jetzt ist grade Besuch gekommen.
Erstmal 1000 Dank für Deine Meldung.
Ganz liebe Grüße von Großmutti und Großvati.
20. April 2010 um 16:02 |
Hallo Nathan,
toll, dass du wieder was von dir geschrieben hast! Deine kleine Cousine Viola lässt mir gerade ein paar Minuten Luft, damit ich dir was tippen kann.
Sie ist ein Sonnenschein, wirklich. Ich wünsche dir auch viel Sonne bei dir!
Sei lieb gegrüßt von der
Rossi
20. April 2010 um 19:22 |
So, lieber Nathan, heute habe ich ein bisschen mehr Zeit als gestern.
Ich habe zu spät einen Fehler gemerkt: Habe ich doch Deinen Blog Block genannt – wie peinlich. Is egal, Hauptsache ich habe Dir gleich geschrieben. Deine Schilderungen sind, wie immer, sehr interessant. Du hast ja auch eine blühende Fantasie! Mir wurde aber ganz traurig zumute, als die Puppe verbrannt wurde. Das fand ich doch grausam, immerhin hatte die Puppe doch ein Gesicht mit Augen, Nase und Mund und hatte ein Kopftuch auf.
Na ja – vorbei. Vorbei ist ja nun hoffentlich der kalte Winter, und der Frühling hält seinen Einzug. Im Frankenaer Garten blüht und blüht und blüht es ganz wunderbar. Also wie immer: Die Blumen – herrlich!
Ich wünsche Dir auch einen sonnigen, warmen Frühling!
Liebe Grüße Deine Großmutti und Großvati.
26. April 2010 um 21:12 |
Hallo Nathan ! Danke für Dein Lebenszeichen ,habe mich schon Sorgen gemacht ,weil von Dir nur leere Seiten zu finden waren.Heute um 9Uhr sind bei mir die 2 Kleinbusse abgefahren .Der Martin hatte seine Übernachtung bei mir. Hoffe doch das sie Morgen wohlbehalten in Sumy ankommen.Wirst Du oder Ihr auf den Rückweg mit kommen ?Hatte heute eine kleine Augenoperation in Wittenberg,bei den Dr. der auch an meiner Hand die Operation gemacht hat .Sei lieb gegrüßt von Deiner Oma mit Regina
3. Januar 2011 um 12:14 |
[...] „…Werbung voorbeiii!!“ April 2010 4 comments [...]